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Only Light – eine Komposition für den CANTA!-Mädchenchor der GEMEINNÜTZIGEN

CANTA!-Mädchenchor: Lieber Herr Uka, schön, dass Sie heute hier sind! Sie haben das Stück „ONLY LIGHT“ für den CANTA!-Mädchenchor der GEMEINNÜTZIGEN geschrieben, das am 10. Dezember in der Marienkirche zu Lübeck uraufgeführt wird. Worauf dürfen wir gespannt sein?

Dirk Uka: Ungewöhnlich ist sicher erst einmal die Besetzung, nämlich Mädchenchor, Blockflöte und Licht, die auf die Idee von Heidi Becker zurückgeht, genauso wie der Wunsch, der Chorpart möge auch experimentelle Elemente enthalten. Es geht um Licht und Dunkel, aber auch den Hoffnungsschimmer – und da bot es sich natürlich an, das Werk sehr kontrastreich anzulegen. Beginnend mit einem düsteren, gesprochenen Teil – die Sängerinnen müssen alle Abstufungen zwischen leisestem Flüstern und sehr lautem Rufen darstellen – soll im gesungenen Teil nicht nur musikalisch, sondern eben auch von der Lichtregie her die adventliche Hoffnung am Ende alles überstrahlen.

CM: Sie sind von Haus aus studierter Gitarrist. Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für das Komponieren entdeckt?

DU: Noch bevor ich mit 10 Jahren den ersten Unterricht erhielt, habe ich auf der Gitarre einfach drauflos probiert, improvisiert und mir kleine Stücke ausgedacht. So geht das eigentlich bis heute. Später durfte ich einige Sätze für den Schulchor und auch für die Jazz-Rock-Big-Band, in der ich als Jugendlicher E-Gitarre spielte, arrangieren. Außerdem spiele ich bis heute in Rockbands, für die ich Songs schreibe. Initialzündung für das Komponieren von Kirchenmusik war dann die Idee meines Freundes, des Pastors Jörg Scholz, die Seligpreisungen nach seiner eigenen Übersetzung des Neuen Testaments für die St.-Lorenz-Kantorei Lübeck zu vertonen. Ganz starke Triebfedern sind dabei immer die Begeisterung für den Klang eines Instruments oder eines Ensembles sowie für die Texte, die es zu vertonen gilt und mit denen ich mich vorher sehr intensiv beschäftige.

CM: Welche Werke von Ihnen sind bereits bekannt und aufgeführt worden?

DU: Da sind vor allem die Werke zu nennen, die aus der Zusammenarbeit mit Jörg Scholz hervorgegangen sind, zum Beispiel die „Seligpreisungen“, komponiert 2009, die außer von verschiedenen Lübecker Chören (u. a. St.-Lorenz-Kantorei, Bach-Chor) auch in München und sogar in Finnland gesungen worden sind. Aber auch das Singspiel „Zachäus“ von 2010, das mehrere Aufführungen in Lübeck (St. Aegidien und St. Philippus) und München erlebte, und die Osterkantate „Nun jubelt der Kreis der Erde“, uraufgeführt 2015, die in diesem Jahr in der Lutherkirche von Sven Fanick dirigiert wurde.

CM: Für welche Besetzungen schreiben Sie am liebsten?

DU: Da habe ich keine Vorlieben und lasse mich immer wieder gern auf spannende, neue Herausforderungen ein! Am meisten geschrieben habe ich aber für Chor, sowohl a-cappella als auch mit Instrumentalensembles.

CM: Was ist für Sie das Besondere an der Arbeit an einem Werk für Mädchen- bzw. Frauenchor?

DU: Im Gegensatz zu meinen bisherigen Chorkompositionen natürlich das Fehlen der Männerstimmen und damit des Klangraums, auf dem der gesamte Satz basiert und in dessen Obertonspektrum die Frauenstimmen eingebettet sind. Jedoch war der Versuch für mich sehr reizvoll, ein Klanggewebe aus Mädchenstimmen herzustellen, das zwar leicht ist, aber in sich doch so dicht und kraftvoll, dass es sich sozusagen selbst trägt. Ich hoffe, mir ist das gelungen.

CM: Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr über Dirk Uka können Sie auf seiner Website erfahren: www.dirkuka.de